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Grey Goo – Review: Ein Genre auf der Suche nach sich selbst7 min read

29. Januar 2015 5 Minimale Lesezeit
Marco Mohr

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Grey Goo – Review: Ein Genre auf der Suche nach sich selbst7 min read

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Früher beherrschte Echtzeitstrategie meinen Nachmittag. Alles fing mit Age of Empires an, mit stundenlangen Matches, wenn auch nur gegen den Computer. Empire Earth, Stronghold oder Cossacks haben mich lange Zeit begleitet, doch das Genre selbst ließ nach. Der 3. Teil der Empire Earth-Reihe hatte nichts mehr mit den Vorgängern zu tun, ein Stronghold verlor von Titel zu Titel an Charme und bei Cossacks hörte es durch die Auflösung des Entwicklerstudios sowieso schnell auf. Neue Titel gab es selten, wenn, dann entweder eine Steam-Version von Age of Empires 2 oder kleine aber ambitionierte Projekte wie 0 A.D.

Mit Grey Goo möchte der Entwickler Petroglyph Games ein Genre wiederbeleben, auf eine ganz klassische Weise, ummantelt von einer neuen Hülle. Ob nun Grey Goo letztendlich das Echtzeitstrategie-Genre wiederbelebt oder nur ein schwaches Licht am Horizont bildet, könnt ihr in der folgenden Review erfahren.

Der Sprung ins eiskalte Wasser

Einige vom Volk der Beta, der hochentwickelten Alien-Rasse des Spiels, möchten vom Planeten Ecosystem Nine zurück nach Hause. In der kurzen Filmsequenz wird mir der Charakter Saruk vorgestellt, der in seiner Sprache, einer Mischung aus Schwedisch und Simlish, mit anderen seines Volkes kommuniziert. Gerade ist er dabei, ein Schlüsselloch im Himmel zu öffnen, welches die Heimreise ermöglichen soll, da wird die Station angegriffen. Als alles in Grund und Boden zerstört wurde, beschließen Saruk und seine Mitstreiter, deren Kommunikation in einer Art PDA angezeigt werden, den Wiederaufbau zu starten. Damit startet man nun in die erste Mission, welche natürlich als Tutorial dienen soll.

grey goo tutorial
Die Welt von Grey Goo

Man beginnt mit einer Hauptbasis, die als Energiequelle für weitere Gebäude dient. Als erstes wird mir gezeigt, wie man Ressourcen sammelt, dazu baue ich eine Raffinerie direkt an unserer Basis. Durch einen Klick kommt ein Schiff angeflogen und baut mit Hilfe von Kraken-Armen, an der gewünschten Stelle das Gebäude. Um die umliegenden Ressourcenfelder jedoch zu erreichen, werden auf diese jeweils ein sogenannter Extraktor platziert. Von dort aus fährt ein kleiner Transporter die gesammelten Ressourcen (es gibt übrigens nur eine einzige Ressource im Spiel) zur Raffinerie. Schnell wächst die Anzeige oben rechts, und um noch mehr sammeln zu können, lasse ich noch ein bis zwei Silos bauen, welche die maximal zu lagernde Menge erhöhen.

Alles ganz einfach? Von wegen, denn in Grey Goo scheint es schnell zur Sache zu gehen. Bereits jetzt fange ich an, hektisch Fabriken zu bauen, die das Produzieren von Einheiten ermöglichen. Der Grund dafür steht quasi vor der Haustür, denn der Feind hat bereits angeklopft. Die normale Infanterie, der Kommando und ein Roboter-Dino namens Stalker, sind die ersten eigenen Einheiten. Der Kampf zieht sich unter anderem durch Wälder, die ebenfalls Auswirkungen auf den Kampf haben. Einheiten, die sich im Unterholz befinden, haben hier einen Vorteil gegenüber „nackten“ Einheiten von draußen. Als nächstes steht der Bau einer Außenbasis an, dafür ist ein Verteiler nötig. Die unterschiedlich großen Verteiler ermöglichen den Bau von Gebäuden auch außerhalb der Reichweite des HQ. Etwas Interaktion mit der Umgebung wird einem auch erlaubt, so bedarf es unter anderem der Freilegung von Ressourcenfeldern.

Nach und nach kämpfe ich mich durch die durchaus schlauchig wirkende Map, immer wieder sorge ich für Nachschub an Soldaten. Am Ende wartet die Basis des Gegners, eine epische Schlacht könnte bevorstehen. Leider wird hier die Atmosphäre trotz toller, episch wirkender Musik negativ beeinflusst, der Entwickler schien sich für Waffensounds nicht zu interessieren. Hier hätte dem Spiel durchaus mehr Abwechslung nicht geschadet, gibt es doch nur dieses monotone, sich immer gleich anhörende Laser-Schüsschen, unabhängig davon, welcher Einheitentyp sich in Aktion befindet.

grey goo kampf
Futuristische Schlacht

 

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