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Review: Life is Strange Episode 3 – Chaos Theory – Unser Test der nächsten Episode7 min read

22. Mai 2015 4 Minimale Lesezeit
Kai Seuthe

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Review: Life is Strange Episode 3 – Chaos Theory – Unser Test der nächsten Episode7 min read

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– Die ausführliche Review zu Life is Strange findet ihr in unserem ersten Test zu Episode 1: Chrysalis

– Hier geht’s zur Review zu Episode 2: Out of Time

Während sich die halbe Gaming-Welt im WitcherFieber befindet, eine gigantische Spielwelt erkundet, Monster niedermetzelt und sich nach Herzenslaune diesem epischen Meisterwerk widmet, vergnüge ich mich mit der neusten Episode von Life is Strange, die sich da Chaos Theory nennt. Eine Kernaussage der Chaostherie bzw. der Chaosforschung ist unter anderem der Schmetterlingseffekt, den jeder kennt, der Butterfly Effect, Lola rennt oder irgendeine Serie gesehen hat, in der es um Zeitreisen geht (unzählige Star Trek-Folgen).

Life is Strange - Episode 3 (Chaos Theory)

In der dritten Episode von Life is Strange machen sich langsam, aber sicher die Auswirkungen unseres Handelns deutlich bemerkbar. Immer wieder kamen wir in den Vorgängern an Punkte, wo wir sehr konkret auf wichtige Entscheidungen hingewiesen wurden. Um den geneigten Spieler nicht zu spoilern, sei hier nichts Detailliertes verraten, aber es ging um Lüge und Wahrheit, Tod und Vergebung, Intrige und Nachsicht und einiges mehr. Die Konsequenzen unseres Handelns bekommen wir zu spüren. Wir sind Heldin, weil wir den Suizid einer Person verhindert haben, oder wir werden geächtet und quälen uns mit Selbstzweifeln, weil wir uns für den Tod verantwortlich machen. Außerdem war da ja noch dieses und jenes, was dazu führt, dass es dieser Person schlecht geht, einer anderen gut geht, jemand unter Lebensgefahr steht oder nicht. Die Summe aller bisherigen Entscheidungen wird am Ende in einem großartigen Finale gipfeln, davon ist auszugehen. Life is Strange ist auf viele Enden ausgelegt, etliche davon werden frustrieren, so dass ein mehrmaliges Spielen der Episoden gerechtfertigt scheint.

Life is Strange - Episode 3 (Chaos Theory)
The Evil Within? Nein, Max Caulfield im Mädchentrakt

Die Story

Chaos Theory setzt die Geschichte nach der unmöglichen Sonnenfinsternis fort, die jedoch, genau wie der plötzliche Schneefall am Ende der ersten Episode, nicht groß thematisiert wird. Die eigenartigen Veränderungen, die in dem kleinen Städtchen vor sich gehen, bleiben nach wie vor Randerscheinungen, immerhin spielen wir kein Hollywood-Action-Blockbuster, sondern eine schlaue, etwas melancholische Mysterie-Story, bei der die Protagonistin Max Caulfield immerzu im Fokus steht. Aus ihrer Sicht dreht sich noch alles um den Suizidversuch aus der letzten Episode, und dass es ihr möglich war, diesen zu verhindern (oder auch nicht, je nachdem, wie man sich in der Vergangenheit verhalten hat).

Life is Strange - Episode 3 (Chaos Theory)
Nachts im Schwimmbad

Die dritte Episode beginnt mit einem nächtlichen Ausflug, der jedoch erst dann stattfinden kann, wenn sich Max am angetrunkenen Rektor vorbeischleichen kann. Das erste spielerische Problem ergibt sich.

Unmögliche Rätsel durch inkonsequente Zeitreisen

Bisher ist es zumindest in unserem Spielablauf so gewesen, dass das Zurückspulen der Zeit mehr oder weniger logisch war und sich einem die Lösungen einiger Rätsel durch kurzes Nachdenken rasch erschlossen. Doch der große Fehler, der diese ganze Zeitreiserei ad absurdum führt, ist, dass Max in diese Zeitreise mal integriert ist, und mal nicht. In diesem Fall dauerte es eine halbe Ewigkeit, bis ich herausfand, dass ich an dem Rektor mit der Zeitreisefunktion vorbeikommen kann, weil ich selber nicht davon betroffen bin. An anderer Stelle im Spiel reise ich plötzlich auch wieder einige Minuten in der Zeit zurück. Zeitreisen sind zwar nicht logisch, aber bei Life is Strange müssen wir wohl ein bisschen auf unser Glück vertrauen und einfach ausprobieren, ob eine Idee funktioniert oder nicht. Noch haariger wird es, als wir später dem Gauner Frank im Imbiss am Hafen einen Schlüssen entwenden müssen. Auch dies ist mithilfe der Zeitreisefunktion möglich, entbehrt sich aber sämtlicher Logik.

Life is Strange - Episode 3 (Chaos Theory)
Endlich ein bisschen Schlaf

Ein heftiger Cliffhanger

Ansonsten erwartet uns wieder eine spannende Episode, bei der zwar manche Szenerien belanglos scheinen, aber mit Hinblick auf die Chaostheorien am Ende sicherlich Sinn ergeben. Gespickt wird das Ganze wieder mit traumhaften Bildern, wunderschöner Musik und gelungenen Dialogen.

Spielerisch erwartet uns sogar eine Stealth-Mission, die zwar interessant ist, durch die immermögliche Zeitreisefunktion jedoch wenig spannend ist, da wir wissen, dass das Beheben von möglicherweise falschen Entscheidungen fast dauerhaft möglich ist.

Auch Life is Strange: Chaos Theory ist trotz etlicher Interaktionsmöglichkeiten mit der Umwelt rasch durchgespielt, wobei am Ende ein Feature hinzukommt, das das Wirkungsspektrum von Max‘ außergewöhnlicher Gabe immens erweitert. Ob dies auch in den nächsten beiden Episoden zum Einsatz kommt, ist fraglich. Auf jeden Fall endet die dritte Episode mit einem derartig gemeinen Cliffhanger, den ich nicht mal ansatzweise andeuten kann, weil er wirklich, wirklich überrascht. Der Flügelschlag eines Schmetterlings kann am anderen Ende der Welt einen Sturm bewirken. Was letztlich in der fünften Episode das Resultat unserer Entscheidungen ist, wird sich zeigen, aber ich für meinen Teil habe ein echt schlechtes Gefühl. Oder gaukelt uns dies das Spiel absichtlich vor …?

Kai Seuthe

Kaius spielt seit der Grundschule und wird das auch noch im Altersheim tun. Er ist als Let's Player KiltKaius unterwegs, schreibt Bücher und macht noch viele andere kreative Dinge. Retro-Spiele mag er, Rechtschreibfehler nicht. Darum kümmert er sich auch darum.
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