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Preview: ARK: Survival Evolved – Überlebenskampf mit Dinosauriern? Wie geil ist das denn?12 min read

22. Juni 2015 8 Minimale Lesezeit
Kai Seuthe

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Preview: ARK: Survival Evolved – Überlebenskampf mit Dinosauriern? Wie geil ist das denn?12 min read

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Da bin ich also. In meinem Kopf dröhnt noch diese fantastische Orchestermusik aus dem Off, als ich plötzlich an diesem Strand stehe, mitten im Nirgendwo, (ich nenne es mal Ark) und mich frage, was ich hier eigentlich tue. Am Himmel ziehen Schäfchenwolken vorbei, die Sonne steht tief und spiegelt sich in einer facettenreichen Farbenpracht im wogenden Meer. Ich glaube fast, ich befände mich im Paradies. Glänzend nasser Sand heftet meine Blick an sich, ich bin von dieser Schönheit überwältigt. Palmen wiegen sich sanft in der Meeresbrise, Gräser und Büsche säumen einen nahen Waldesrand.

… ehe ihr weiter lest: Wer sich das Ganze lieber in übersichtlicher Videoform anschaut, richte seinen Blick auf Walkers Videopreview:

Die Musik ist längst verstummt, nur noch das Rauschen des Meeres und das Schnattern und Grunzen irgendwelcher Tiere in der Ferne erfüllt die Luft.

Ark Survival Evolved
Ich bin so schön, ich bin so toll …

Als ich an mir herabblicke, macht mein Herz einen erschreckten Hüpfer, denn es scheint, als sei ich der Schandfleck inmitten dieses wunderschönen Ortes. Meine Füße sind riesig, die Waden spindeldürr, meine Oberschenkel breiter als meine viel zu dünne Hüfte. Mir schwant Übles. Mit gigantischen Pranken, die wohl meine Hände sein sollen, taste ich zaghaft meinen Kopf ab und meine Befürchtungen bewahrheiten sich: Jemand hat mir einen überproportional riesigen Schädel verpasst. Wahrscheinlich sehe ich aus wie die Karikatur eines gestandenen Mannes. Die Götter müssen verrückt sein.

Weder weiß ich, wer oder was ich bin, noch habe ich eine Ahnung, wie ich überhaupt nach Ark gekommen bin. Mein Lendenschurz wird wohl das Zivilisierteste hier in dieser Gegend sein. Beim Umherblicken sehe ich in weiter Ferne einen Lichstrahl, der sich an einer fixen Stelle im Himmel manifestiert zu haben scheint. Mich zieht es dorthin, vielleicht finde ich Antworten auf meine Fragen.

Ich entwickle mich weiter

Kaum habe ich die ersten Schritte getan, erfüllt mich ein prächtiges Gefühl, meine Brust schwillt an vor Stolz und ich werde den Gedanken nicht los, dass ich mich auf einem anderen Level befinde. Liegen hier bewusstseinserweiternde Dinge in der Luft oder warum fühle ich mich transzendet durchströmt? Alles, was ich bislang getan habe, ist, ein paar Meter gegangen zu sein und ein paar Büsche rausgerissen zu haben. Offenbar eine Bereicherung für mein Über-Ich. Bald erkenne ich, dass es auf Handlungen meinerseits steht. Je mehr ich mit meiner Umwelt interagiere, desto öfter durchströmt mich dieses Gefühl der Weiterentwicklung. Doch mehr kann ich damit nicht anfangen. Ich nehme hin, was mit mir geschieht.

Ark Survival Evolved
Eine fremde Macht?

 

Das Licht in der Ferne ist weiter weg als ich dachte. Ich habe aus Langeweile ein paar Büsche kaputt gemacht und dabei Blätter und Beeren eingesammelt. Die Beeren schmecken gut, stillen meinen zunehmenden Hunger aber nur minimal. Am Strand finde ich Steine, die ich mir alle in den Lendenschurz stecke, denn einen Rucksack oder so etwas habe ich nicht dabei. Oder spielt mir mein Bewusstsein nur einen Streich? Sind diese großen Mineralbrocken in Wirklichkeit nur winzige Kieselsteinchen? Wahrscheinlich wird es so sein, denn zum Spaß boxe ich gegen einen massiven Baum. Keuchend führe ich drei, vier gezielte Schläge aus, bis diese eigentlich so robuste Pflanze wie ein Grashalm umknickt und wie von Geisterhand verschwindet.

Hier muss es spuken!

Di … Di … Dinosaurier!

Plötzlich höre ich ein Grunzen und Trampeln, ein Krachen und Knacksen. Was ist das? Dort hinten, über den Baumwipfeln von Ark bewegt sich etwas! Ich nehme meine deformierten Beine in die Hand und sprinte wie Usain Bolt. Sicherlich sind dort andere Menschen, zivilsierte, gebildete und hübsche Menschen. Doch mein Run endet jäh, als ich diese Kreatur erblicke, die ich mir an diesem Ort in meinen kühnsten Träumen nicht vorgestellt hätte. Träge und Bäume plattwalzend schiebt sich ein wahrer Koloss durch die Landschaft. Er hat die Sonne im Rücken und ich erkenne nur seinen dunklen Scherenschnitt, der beeindruckend und furchterregend zugleich ist. Ein echter Dinosaurier, einer der größten sogar. Brontosaurus.

Ark Survival Evolved

Ich stehe da mit offenem Mund und offener Hose, die Beeren kullern aus meiner Genitalverhüllung und so lasse ich die Freude dieses Anblicks unter mir. Welch ein Paradoxon in dieser unwirklichen Welt, das mich aber in die Realität zurück reißt. Ich habe AA gemacht. Ein nettes, kleines Häufchen menschlicher Exkremente, das ich sogleich aufsammele und einstecke. Wer weiß, wozu das nochmal nützlich sein wird …

Die Wirklichkeit sagt mir aber auf knurrender Weise, dass ich etwas essen sollte. Und zwar viel. In sicherer Entfernung lässt der Brontosaurus die Erde beben. Viel Fleisch dran, an dem Jungen. Vielleicht könnte ich … immerhin habe ich Bäume mit meinen bloßen Fäusten gefällt! Warum also nicht …?

Ark Survival Evolved

Der Gigant bemerkt mich nicht, als ich unter seinem Leib herwandere und ihn betrachte. Diese Echsenschuppen, die Farbgebung, das Muskelspiel – es ist zu schön, um wahr zu sein. Unwirklich schön. Unreal sozusagen. Unreal hoch 4. Beseelt von dieser sich meinen Augen bietenden Vielfalt boxe ich gegen eines der stämmigen Beine des Dinosauriers. Blut spritzt, gleich fällt er um wie eine Marionette und ich habe genug Fleisch für ein paar Wochen. Immerhin scheine ich der hässliche Hulk der prähistorischen Insel zu sein.

Brontosaurus mag mich allerdings nicht. Der Pflanzenfresser, der mich bisher gekonnt ignoriert hatte, brüllt und bewegt sich hektisch. Offenbar ist er widerstandsfähiger als ein Baum. Ich nehme die Flucht auf, der Dino verfolgt mich, dreht sich um und schlägt mit seinem überdimensionalen Schwanz nach mir. Voll auf die Zwölf. Es schmeißt mich in die Pampa. Meine Knochen sind gebrochen, mein Sichtfeld verfärbt sich rot. Tief durchatmen! Sehr, sehr langsam suche ich das Weite. Mir geht es echt schlecht und meine Laune ist im Keller. Da kommt mir dieser kleine Dinosaurier da wie gerufen. Kaum größer als ein Hund, fleundliches Gesicht, vielleicht kann ich ihn essen? Zur Begrüßung stellt er eine Art Kragen auf und brüllt mich an. Das klingt niedlich, weil er ja so klein ist. Doch plötzlich spuckt er mir irgend so ein Zeug in die Augen, so dass ich kaum noch sehen kann. Meine Glotzies brennen wie Feuer, alles dreht sich. Das war bestimmt ein Versehen, ganz sicher! Auch das Knabbern an meinem Körper ist nur ein Liebesbew…

Da liege ich mit verrenkten Gliedmaßen in der Ecke, höre nur noch das Schmatzen und Geifern der Dinos, bis sich alles schwarz verfärbt hat und ich mein Leben aushauche. Tot.

Kai Seuthe

Kaius spielt seit der Grundschule und wird das auch noch im Altersheim tun. Er ist als Let's Player KiltKaius unterwegs, schreibt Bücher und macht noch viele andere kreative Dinge. Retro-Spiele mag er, Rechtschreibfehler nicht. Darum kümmert er sich auch darum.
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