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Review: Aragami – Stealth Spaß in Fernost6 min read

29. Oktober 2016 4 Minimale Lesezeit
Tim Horstmann

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Review: Aragami – Stealth Spaß in Fernost6 min read

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Stealth Spaß im feudalen Japan, entwickelt in Spanien? Kann daraus denn überhaupt was werden? Ja, aber leider mit Abstrichen. Warum das so ist, möchte ich euch gerne im Test zu Aragami erläutern. Der Feldzug durch die Schatten beginnt.

Rachegeist auf Abruf

Japan. Ein Land mit vielen Mythen und Legenden. Nichts scheint hier unmöglich, auch nicht die Beschwörung von Geistern. So beginnt doch jede gute Geschichte, oder nicht? Das unschuldige dreinblickende Mädchen Namens Yokami, beschwört aus Verzweiflung einen Schattengeist, einem sogenannten Aragami. Der Lichtclan der Kaiho haben ihre gesamte Familie ermordet und halten den Geist des armen Mädchens mit sechs Talismanen gefangen. Unsere Aufgabe scheint also klar zu sein. Wir müssen Yokami helfen, an diese wertvollen Gegenstände heranzukommen. Natürlich sind diese überall verstreut und werden von den Kaihos streng bewacht. So beginnt also unsere Reise, in der wir anfangs nicht einmal wissen, wer wir selbst sind und welche tiefere Verbindung wir vielleicht noch zu dem mysteriösen Mädchen besitzen.

Aragami Screenshot 1

Leider wird die Story in wenig spannenden Zwischensequenzen erzählt, auch wenn die Ausgangssituation Lust auf mehr macht. Grafisch hingegen ist es natürlich kein Wunderwerk der Technik, dass wir hier präsentiert bekommen. Der bunte Artstyle hat aber seinen ganz eigenen Charme und passt zur malerischen, schön gestalteten Landschaft. Doch auch hier hätte man leider mehr herausholen können, denn die unterschiedlichen Areale, die wir im Laufe des Spiels besuchen, ähneln sich teilweise doch zu sehr, sodass man sich schnell satt gesehen hat.

Schleichen ist Pflicht

Aragami mag zwar wie ein tödlicher Ninja aussehen, hat im direkten Zweikampf mit seinen Feinden allerdings keine Chance. Stealth in seiner reinsten Form ist also die Spielgrundlage. Wer sich lieber auch mal prügelt und mehr Varianten im Spielstil haben möchte, sollte sich zweimal überlegen zum Titel zu greifen. Taktik und Geduld im Einklang sind also gefragt. Hier kommen die Interessanten Spielmechaniken ins zu Tage, um die man sich anscheinend viele Gedanken gemacht hat. Wie wir bereits wissen, ist Aragami ein Schattengeist und der Name ist auch Programm. So können wir uns nur im Schatten ungesehen an den Wachen der Kaiho vorbeischleichen und unsere Fähigkeiten einsetzen. Fähigkeiten gibt es auch? Ja, die gibt es, dass habt ihr richtig gelesen. Zum Beispiel können wir uns mit einem Teleport von Schatten zu Schatten bewegen und wie ein junger Gott ungesehen durch die Level hüpfen. Kein Schatten zum verstecken gefunden? Kein Problem. Nutzt einfach eure Fähigkeiten um einen Schatten selbst zu erschaffen und zu welchem ihr nun springen könnt. Aber Achtung, denn eure eigene Schattenkreation hält sich nicht ewig, also schnell springen, bevor das Licht wieder die Oberhand gewinnt. Falls ihr allerdings nicht nur ein Schatten sein wollt, sondern auch Rache an denjenigen nehmen möchtet, die die Familie eurer Beschwörerin getötet haben, könnt ihr eure Feinde auch von hinten mit dem Schwert meucheln. Doch lasst die Clanmitglieder die Leichen ihrer Kameraden nicht entdecken, sonst wird ein Alarm ausgelöst, der euch das Leben nicht nur schwer macht, sondern euch auch Punkte abzieht, mit denen am Ende jeder Mission euer Rang ermittelt wird. Eine andere Möglichkeit ist eine weitere Schatten Fähigkeit mit welcher ihr den Leichnam einfach verschwinden lassen könnt. Um die euch zur Verfügung stehenden Kräfte allerdings einzusetzen, müsst ihr diese erst einmal erwerben. Hierfür benötigt ihr Schriftrollen, von denen in jedem Level eine bestimmte Anzahl versteckt ist. Abseits des Ziels die Regionen zu erkunden wird also belohnt. Einige Fertigkeiten könnt ihr benutzen wie ihr lustig seid, andere hingegen haben ein Limit, welches nicht überschritten werden kann. Doch jede Fähigkeit verbraucht auch Schatten Energie, die ihr auf eurem Umhang ablesen könnt. Seid ihr im Licht, wird euch diese sogar abgezogen und ihr seid quasi wehrlos. Auch wenn die Option nett gewesen wäre, ist es euch nicht Möglich Lichtquellen wie Fackeln zu zerstören, was dem Spieler noch mehr Variationen zum bewältigen der verschiedenen Herausforderungen gegeben hätte. Schade.

Aragami - Versteckt

Feinde und Level

Wie bereits im Vorwort erwähnt, sind die Level vom Art Design wunderschön, aber ähneln sich leider viel zu sehr, was man nach ein paar Stunden Spielzeit leider sofort bemerkt. Das gleiche gilt für die Wachen der Kaiho. Zwar gesellen sich im späteren Verlauf Bogenschützen, die von oben das Gelände im Blick haben, zu den patrouillierenden Wachen auf den Wegen hinzu, doch fragte ich mich oft, aus welchem Klon Labor die denn ausgebrochen sind. Variationen vermisst man hier leider. Auch alternative Wege sind nicht immer nutzbar. Selbst wenn man sie erkennt, da man sich mit der Teleport Fähigkeit auch auf Dächer und Vorsprünge begeben kann, aber bei Weitem nicht auf alle oder diejenigen, die ganz offensichtlich einen weiteren Weg offenbaren würden. Ob das geplant war und im finalen Spiel einfach vergessen wurde? Auch Schade. Von Level zu Level steigt auch der Schwierigkeitsgrad. Es gibt mehr Feinde die zwischen uns und dem Ziel stehen und so manches Mal müssen wir auch erst eine Lichtbarriere ausschalten, indem wir ihre Kristalle zerstören, bevor wir unseren Weg fortsetzten dürfen. Leider wurde ich in so mancher Situation mit unschönen Bugs konfrontiert, die dazu führten, das ein unverschuldeter Tod manchmal über den Bildschirm flimmerte. Neben Grafik Bugs, verschwand plötzlich die Anzeige, oder man blieb im Schatten stecken und wurde von seinem Feind entdeckt. Hier gab es den einen oder anderen Frust Moment, der nicht hätte sein sollen. Im Laufe der Zeit werden hier hoffentlich Patches zur Behebung nachgereicht. Der Soundtrack wurde von Two- Feathers komponiert. Einem Duo, welches die fernöstliche Atmosphäre sehr gut einfängt.

Nach ungefähr 10 Spielstunden, flimmerte der Abspann über den Bildschirm und ich hatte meinen Ausflug nach Japan beendet. Falls ihr nun noch einmal bestimmte Level auf andere Art und Weisen lösen möchtet, könnt ihr das alleine, oder auch kooperativ mit einem Freund tun. Allerdings nur Online und die verfügbaren Spiele sind eher überschaubar.

Tim Horstmann

Seine Leidenschaft für Videospiele, entdeckte Tim bereits in seiner frühesten Kindheit, als er den C64 seines Vaters auf dem Dachboden entdeckte. Die erste eigene Konsole, der gute alte Super Nintendo kam bald und es war um ihn geschehen. Tim entdeckte seine große Liebe für japanische Rollenspiele, welche er bis heute nur so verschlingt. Am PC interessiert er sich hauptsächlich für westliche Rollenspiele. Doch auch den anderen Genres ist er nicht abgeneigt und spielt alles was eine gute Story bietet, oder kreativ ist.
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