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Review: Frostpunk – Willkommen in der Eishölle8 min read

26. April 2018 4 Minimale Lesezeit
Sandro Kipar

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Review: Frostpunk – Willkommen in der Eishölle8 min read

Reading Time: 4 minutes

Fazit

Frostpunk hat mich gefesselt. Die Spannung, was als nächstes passieren würde, die Aufregung darüber, wenn etwas nicht nach Plan klappte und die interessanten Entscheidungen zu Spielbeginn machten genau den Reiz aus, den ich mir von dem Spiel gewünscht hatte. Hinzu kommt die großartige Umsetzung des Settings: Fallen die Temperaturen, friert der Bildschirm langsam zu. Wird es wieder wärmer, bilden sich kleine Tröpfchen. Es ist egal, wie warm es draußen ist: Mit Frostpunk durchfährt mich regelmäßig ein leichtes Frösteln beim Spielen. Das liegt auch an der hervorragenden Optik und den mitreißenden Sounds. Schon beim Start des Spiels werde ich von einem klirrenden Sturm begrüßt. Und an den Bewohnern, die sich durch den hüfthohen Schnee kämpfen und dabei tiefe Furchen in der Schneedecke hinterlassen könnte ich mich nie satt sehen.

Kleine Kritikpunkte gibt es dann aber doch: Ein Erzähler, wie etwa in Civilization, hätte der sowieso schon passenden Stimmung nur gut getan. Es ist natürlich kein Beinbruch, die aufploppenden Texte selbst zu lesen, wäre aber schöner gewesen. Hinzu kommen die Kommentare der Bewohner, die sich relativ schnell wiederholen. Außerdem habe ich Frostpunk als sehr unfreundlich für Einsteiger empfunden. Obwohl ich wirklich viel Erfahrung mit dem Genre hab, brauchte ich ein paar Minuten und einen Neustart, um das Spielprinzip zu verstehen. Danach war es aber kein Problem mehr, Frostpunk ohne weitere Neustarts durchzuspielen. Auch schön: Aufgrund von verschiedenen Entscheidungen habe ich jetzt Lust, mich nochmal in die Kälte zu stürzen, um die nächste Zivilisation durch die Eishölle zu führen. Nur diesmal auf eine andere Art und Weise.

Caroline ValdenaireWer hätte gedacht, dass ein Citybuilder mit Story so unfassbar viel Spaß machen könnte. Ich erinnere mich noch sehr gut an meine erste Runde in Frostpunk während der gamescom 2017, als ich vollkommen überfordert von all den Aufgaben und Möglichkeiten war. Auch die finale Version könnte Einsteiger aufgrund des Schwierigkeitsgrades erst einmal abschrecken. Der anpassbare Schwierigkeitsgrad sollte dabei aber Abhilfe schaffen, um auch Neulingen wie mir eine Chance zu geben, im Winter zu überleben.

Sowohl die Hauptkampagne als auch die einzelnen Szenarien sind durch die Bank spannend inszeniert, was dafür sorgt, dass man von Anfang bis Ende angespannt vor dem Monitor sitzt, um seine Stadt durch die Eiszeit zu führen. Neben dem „normalen“ Überleben gibt es im Spiel von Zeit zu Zeit besondere Ereignisse, die gemeistert werden müssen, wenn man nicht aus der Stadt vertrieben werden will. Unsere Entscheidungen können dabei hart oder menschlich ausfallen und sind ein spannendes Spiegelbild dafür, wie die Zivilisation in einer tatsächlichen Endzeit zerbrechen könnte.

Zudem begeistern mich all die kleinen Details. Die von Sandro erwähnten Menschen, die sich durch den noch nie durchstreiften Schnee schieben, um Kohle für mich abzubauen. Die Menschen, die vor der einzigen Wärmequelle, dem riesigen Generator, schlafen, falls ich ihnen noch keine Unterkunft gebaut haben sollte. Die Eiskristalle am Bildschirmrand, wenn wir -40° haben. Die Dekoration in der Stadt, welche abhängig von meinen Entscheidungen ist. Und natürlich vieles mehr, was ich hier aber nicht spoilern möchte.

11 bit Studios hat nach This War of Mine erneut ein deprimierendes Spiel erschaffen, das keinen Spaß machen sollte und dennoch fesselt. Die bereits angekündigten Erweiterungen und vor allem der kommende Endlosmodus dürften dafür sorgen, dass Frostpunk auch in den kommenden Monaten noch unterhält, wenn man die Kampagne und alle Szenarien durchgespielt hat. Für mich ist es bereits jetzt eines der Spiele des Jahres.

Frostpunk
Reader Rating4 Votes86
Tolle Atmosphäre dank Sound und Grafik
Interessante Entscheidungen mit gesellschaftlicher Brisanz
Überraschende Wendungen lassen das Spiel nicht langweilig werden
Unfreundlich für Einsteiger
Langweilige Bewohner, die mit den immer selben Sätzen irgendwann nerven
90

Sandro Kipar

Alles begann in den späten 90ern mit einem grünen Gameboy Color und dem Spiel Looney Tunes: Crazy Castle 3. Als Sandro dann noch Star Wars entdeckte, war es um den kleinen Jungen geschehen. Mit der Zeit hatte ein ausgewachsener Gaming-PC den Platz des Gameboys eingenommen und Star Wars ... Nunja, manche Dinge ändern sich einfach nicht.
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