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Review: Resident Evil 7 – Das Haus, das Verrückte macht8 min read

2. Februar 2017 5 Minimale Lesezeit
Daniel Martin

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Review: Resident Evil 7 – Das Haus, das Verrückte macht8 min read

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Blanker Terror

Das gemächliche Durchsuchen des Hauses mündet bald in purem Terror, denn die ersten eineinhalb Spielstunden, die Capcom mir hier auftischt, sind nicht von schlechten Eltern. Was genau so alles passiert, sollte man als Spieler natürlich selbst erleben, jedoch kann gesagt werden, dass es nicht an Jumpscares, Blut und expliziter Gewalt mangelt. Und diese ist auch hervorragend dargestellt. Denn von der technischen Seite macht Resident Evil 7 eine gute Figur. Die Japaner haben mit der neuen RE-Engine ein Grafik-Grundgerüst erschaffen, das optisch zunächst an das leider eingestellte Silent Hills samt der beeindruckenden P.T.-Demo erinnert. Das Innenleben des Hauses ist absolut glaubwürdig gestaltet und ein Screenshot könnte in vielen Ecken sogar von einem Foto stammen. Geht man näher heran, mangelt es der ein oder anderen Textur vielleicht an Schärfe, das mindert jedoch nicht den realistischen Gesamtlook, den Capcom mit dem Spiel erreicht hat. Einzig in den wenigen Außenabschnitten muss die Technik etwas zurückstecken. Die Charaktere sind hervorragend animiert und man glaubt in manchen Szenen, einen Film vor sich zu haben. Die Mimik dieser Spielfiguren braucht sich ebenfalls nicht zu verstecken. Wenn der Wahnsinn von einem Gesicht genau vor mir Besitz ergreift, ist dieser Moment in den Augen perfekt erkennbar. Insgesamt sehr beeindruckend, wird aber bei den Frauen durch ein viel zu wallendes Haar etwas getrübt. Unterm Strich sind dies aber nur Kleinigkeiten.

Mit zunehmender Spielzeit wird Resident Evil 7 etwas behäbiger, was natürlich nicht heißt, dass man mir Ruhe gönnt. Es gibt immer wieder die übermächtigen, nicht tot zu kriegenden Feinde. Egal, wie oft ich sie als besiegt glaube, tauchen sie wieder auf, nur um meinen knappen Munitionsvorrat weiter zu dezimieren. In diesen Momenten spüre ich auch deutlich den Einfluss von Outlast, wenn ich hilflos um die nächste Ecke renne, um mein Heil in der Flucht zu suchen.

„Wie jetzt, Outlast? Ich denke, das Spiel geht zu seinen Wurzeln?“ Ja, das tut es. Ich öffne mit einem abstrakten Schlüssel eine große Tür und befinde mich plötzlich im Eingangsbereich des Haupthauses. Dieser ist riesig, ich kann die Treppen hochlaufen und auf jeder Seite gehen weitere, teils noch verschlossene Türen ab. Das Layout erinnert frappierend an das, was erstmals vor über 20 Jahren als vorgerenderter Hintergrund zu sehen war: in Resident Evil 1. Und damit nicht genug. Es verschlägt mich in Räume, in denen wohlig beruhigende Musik ertönt. Ein Kassettendeck wartet darauf, dass ich mein Spiel speichere und eine Kiste in der Ecke lässt mich mein viel zu knappes Inventar verwalten. Veteranen werden voll bedient. Im Gegensatz zu früher ist es hier jedoch möglich, jederzeit zu speichern, zudem legt das Spiel an manchen Stellen auch Autosaves an. Erst im Schwierigkeitsgrad „Madhouse“, der ein erstmaliges Durchspielen erfordert, muss zum Speichern auch eine passende Kassette gefunden werden.

Im Geiste der Serie gibt es natürlich auch die Heilpflanzen, die sich nun jedoch mit Chemikalien kombinieren lassen. Einfach die daraus entstehende Flüssigkeit über die linke Hand gekippt und schon werden die schlimmsten Wunden versorgt. Wenn es doch nur immer so einfach wäre. Schlüssel möchten von mir gefunden und Türen geöffnet werden. Dadurch entstehen immer neue Abkürzungen, die es mir ermöglichen, mich schneller in den bekannten Bereichen des Hauses zu bewegen. Resident Evil wäre nichts ohne seine Rätsel, daher muss ich auch wieder Schalter drücken, Uhren verstellen und das ein oder andere Mal erlaubt sich Capcom mehr als eine Anspielung auf die alten Teile. All dies stellt mich jedoch nie vor Probleme, alles bleibt logisch nachvollziehbar.

Daniel Martin

Irgendwo zwischen Game Boy und NES hat Daniel Mitte der 90er den PC entdeckt und beschäftigt sich bis heute noch damit. Zwar geht er häufiger mit einer PS4 fremd, kehrt am Ende des Tages jedoch immer zum geliebten PC zurück, wo er sich auch für Klassiker begeistern kann. Und wenn mal gar nichts los ist, verschwindet er unter einer Oculus Rift und taucht in die virtuelle Realität ein.
One Comment
  1. GwynGaming

    Gut, du hast mich überzeugt! Obwohl ich Resident Evil 1 nicht wirklich gemocht habe, werde ich dem siebten Teil eine Chance geben. Als du Silent Hills und Outlast genannt hattest, die ich sehr gemocht habe, hattest du mich damit. Vielen Dank für diese wunderbare Rezension! :)

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