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Review: The Evil Within – Horror-Survival für starke Nerven11 min read

8. Mai 2015 7 Minimale Lesezeit
Kai Seuthe

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Review: The Evil Within – Horror-Survival für starke Nerven11 min read

Reading Time: 7 minutes
The Evil Within
„Hätten Sie mal ein Pfefferminz für mich?“

Ein bisschen Resident Evil, ein bisschen Silent Hill

Als ich The Evil Within damals in etlichen Videos verfolgte und auch selber spielte, fiel mir auf, dass es mich irgendwie an Resident Evil erinnerte. Die Recherche dazu betrug nur zwei Klicks, bis ich las, dass tatsächlich Shinji Mikami, Erfinder von Resident Evil und an der Entwicklung der ersten vier Teile beteiligt, verantwortlich für dieses Horrorspiel ist. Zugegeben: Ich war nie ein großer Fan der Resident-Evil-Spiele, was aber an meinen Genrepräferenzen liegt. In unserer Reihe dazu könnt ihr sehen, dass es durchaus seinen Grund hat, warum Resident Evil so erfolgreich war. Ja, war, denn Teil 5 und Teil 6 fielen in der Gunst der Spieler durch, was auch daran gelegen haben mag, dass Mikami nicht mehr daran beteiligt war. So ist The Evil Within das, worauf Fans von Survival-Horror lange gewartet haben: eine gelungene Fortsetzung dessen, was dieses Genre einst zum Hit machte.

Auf der anderen Seite mag ich Splatter und Gore und den ganzen kranken Mist, sodass ich, die anfangs erwähnten hohen Erwartungen im Hinterkopf, von diesem Spiel nicht ablassen konnte. Denn, anders als bei RE, zählt hier der Horror, der Terror, der die Psyche in surreale Welten schickt und eben kein 08/15-Survival mit ermüdendem Zombie-Geballer nach sich zieht. Allerdings kann sich The Evil Within nicht komplett auf das Verstören seiner Spieler stützen, was der Grund dafür sein mag, dass es hier auch schlicht simples Abknallen von Gegnerhorden gibt. Kopfschüsse sorgen für einen sofortigen Tod, wer am Boden liegt, der kann auch mit einem Entflammen daran gehindert werden, seinen zerlöcherten Körper wieder auf Sebastian zu hetzen. Dies steht im Gegensatz zu dem Stealth-Horror zu Beginn des Spiels, der einem wirklich das Blut in den Adern gefrieren ließ. Zwar sorgt durchgehende Munitionsknappheit dafür, dass wir nicht Rambo spielen können, allerdings sind die Begegnungen mit den Gegnermassen nicht besonders gruselig, sondern oft zeitraubend und nervig. Wer seine Munition sparen will, der kann sich auch mit einem Messer von hinten anschleichen und den Gegner mit einem Stich ins Gehirn ins Jenseits schicken. Manchmal muss man, damit das gelingen kann, den Gegner auch ablenken, indem man beispielsweise eine Flasche wirft, um die Aufmerksamkeit des Feindes in die falsche Richtung zu lenken.

The Evil Within Blut
Ein bisschen Blut muss sein, dann wird die Welt voll … ach ne

Wo wir gerade bei Waffen sind: Hier bedienst sich The Evil Within auf den ersten Blick gängiger Angebote: Messer, Revolver, Magnum, Schrotflinte, Scharfschützengewehr und Granaten. Als Spezialwaffe steht uns allerdings noch die Qualen-Armbrust zur Verfügung, die verschiedene Munitionstypen bereithält. So können wir mit Bolzen schießen, die die Gegner einfrieren, vergiften, elektroschocken, schlicht verletzen oder zur Explosion bringen. Letzteres ist vor allem bei Gegnertrauben von Vorteil, da die Munition noch seltener ist als die der gängigen Waffen. Allerdings lassen sich die Bolzen nicht nur finden, sondern auch durch Kombination gefundener Materialien selber zusammenbauen.

 

Items sind rar gesät, besonders auf den höheren Schwierigkeitsstufen. Also müssen wir mit allem, was wir haben, haushalten, denn wir wissen nicht, was uns in der nächsten Szene erwartet. Da kann es schon mal vorkommen, dass wir mitten im Kampf mit etlichen Standard-Monstern plötzlich einen Bosskampf bestreiten müssen, der sich quasi unter das Regelgeschehen mischt. Da ist es gut, wenn wir unsere Munition bis dahin aufbewahrt haben.

 

The Evil Within
Kopfschmerzen adé

Eingangs erwähnte ich die seltsamen Räumlichkeiten, in denen die Krankenschwester und der halbelektrische Stuhl uns erwarteten. Dies ist der Rückzugsort , zu dem wir immer wieder gelangen können, sobald wir Spiegel finden. Über diese betreten wir diese Welt. Haben wir in den Levels Schlüssel gefunden, können wir diese dafür benutzen, im Rückzugsort Schließfächer zu öffnen, in denen sich nützliche Gegenstände wie Munition oder Hirngel befinden. Grünes Hirngel? Ja, genau, das ist nämlich jene Substanz, die es uns ermöglicht, unsere Attribute zu verbessern: Schneller laufen können, besser zielen, mehr Munition tragen, verbesserte Gesundheit. Sitzen wir auf dem ominösen Stuhl, braucht es dieses Gel, um verschiedene Fähigkeiten weiter zu entwickeln. Neben Survival, Horror und Shooter kommen also noch kleine RPG-Elemente hinzu, die The Evil Within zu einem gelungenen Mix machen.

Viel Abwechslung und Nerven wie Drahtseile

Die Level bei The Evil Within sind abwechslungsreich und schön schaurig gestaltet. Wenig Licht, viel Blut, plötzlich auftauchende Gegner, ausweglose Situationen, krächzende Raben, lebende Untote und ungeahnte Szenenwechsel mit alptraumhaften Blutmeeren und übermächtigen Zwischengegnern bringen einen das ein ums andere Mal nicht nur zum Schwitzen. Ich bin ohnehin ein ziemlicher Feigling, was solche Survial-Horror-Dinge angeht. Amnesia, nicht zu vergleichen mit diesem kranken Horror hier, hat mich schon Nerven gekostet. Aber The Evil Within kann sich dahingehend zum Meister küren. Nicht in jeder Situation, das schrieb ich bereits, aber in den Szenerien, in denen man sich verstecken sollte, schleichen muss, keine Munition mehr hat, da graut es einem zutiefst. Leider gibt es bei The Evil Within mehr als eine Trial and Error-Situation, Tode sind an der Tagesordnung. Das mag auf den ersten Blick etwas rückschrittig wirken, befriedigt dafür aber umso mehr, wenn man eine derartige Passage endlich gemeistert hat. Übrigens: Sebastian selber kann wunderbar in seine Einzelteile zerlegt werden, wenn man nicht aufpasst, aber das nur am Rande. Wer also etwas Geduld mitbringt, der kann hier viele Stunden damit zubringen, sein Überleben zu sichern.

The Evil Within
Kai Seuthe

Kaius spielt seit der Grundschule und wird das auch noch im Altersheim tun. Er ist als Let's Player KiltKaius unterwegs, schreibt Bücher und macht noch viele andere kreative Dinge. Retro-Spiele mag er, Rechtschreibfehler nicht. Darum kümmert er sich auch darum.
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