Artikel PC Playstation Playstation 3 Playstation 4 Reviews Xbox Xbox 360 Xbox One

Review: The Evil Within: The Assignment – Test des 1. DLC8 min read

26. Mai 2015 5 Minimale Lesezeit
Kai Seuthe

author:

Review: The Evil Within: The Assignment – Test des 1. DLC8 min read

Reading Time: 5 minutes

Der Scheinwerferkopf

Ich erwähne ihn hier gesondert, weil er so beängstigend ist. Gleich zu Beginn des Spiels begegnen wir dem schauderhaften Wesen mit den Frauenbeinen in Strapsen auf Stöckelschuhen, dem offenen Torso und dem Kopf, an dessen Stelle ein Scheinwerfer sitzt. Mit unheimlichem Klackern der Absätze stakst es ungelenk durch die Flure, wendet sich suchend um die Ecken und strahlt dabei die Winkel der Räume aus, immer auf der Suche nach Lesley, wie es nicht müde wird, uns dies mit einer Stimme kund zu tun, die aus den tiefsten Alpträumen entsprungen zu sein scheint. Juli ist natürlich machtlos gegen das Monstrum und kann nichts anderes tun, als sich zu verstecken. Hat der Scheinwerferkopf sie entdeckt, färbt sich sein Suchlicht rot und unsere Spielfigur, die sich in dessen Fokus befindet, verlangsamt unter unerträglichen Qualen ihre Schritte. Schaffen wir es nicht, zu entkommen, frisst uns das Wesen mit Haut und Haaren auf.

The Evil Within The Assignment (22)
Scheinwerferkopf-Monster

Was für ein kranker Scheiß. Die Auftritte des Scheinwerferkopfs sind grandios in Szene gesetzt und bescheren einen rapiden Adrenalinastieg. Schließlich befinden wir uns gegen Ende des Spiels auf engstem Raum mit dem Untier, während wir auf den Aufzug warten. Eine heikle Situation, bei der mehr als ein Tod garantiert ist. Auch hier spielt The Evil Within wieder mit der Geduld seiner Gamer. Wer sich schnell frustrieren lässt, der sollte die Finger von The Evil Within: The Assignment lassen. Doch wer sich den DLC zu Gemüte führt, hat ja bei dem Hauptspiel bereits reichlich Frustrationstoleranz üben dürfen.

Ein schleppender Anfang

Die ersten Passagen des Spiels bestehen aus Schleichen, Verstecken und Ablenken. Von Raum zu Raum müssen wir möglichst unbeobachtet an Monstern vorbeikommen, wobei es an uns liegt, die richtige Lösung zu finden, eine solche Szenerie unbeschadet zu überstehen. In den Anfängen wiederholt sich dieses Schema einige Male, so dass ich begann Parallelen zu Spielchen zu ziehen, bei denen man von Level zu Level Rätsel lösen muss, wobei es bei erfolgreicher Absolvierung dann bis zu drei Sterne als Belohnung gibt. Häufig trifft man dieses Spielprinzip bei diversen Gelegenheitsspielen für Andoid und iOS wie beispielsweise Angry Birds, Dokuro oder Cut the Rope. Glücklicherweise verflüchtigte sich dieser Eindruck später wieder, als etwas mehr Abwechslung ins Spiel kam.

 

The Evil Within The Assignment (36)
„Können Sie mir den Splitter entfernen?“

Auch bei The Evil Within: The Assignment wird das Spiel durch kleinere Mini-Rätsel aufgelockert, wenn es z.B. gilt, Brieffragmente aus Tresoren zu ergattern. Allerdings sind diese Aufgaben sehr leicht zu meistern, da sich die Lösungen dafür immer im selben Raum befinden, wo ein solcher Tresor steht. Hier hätte man dem Spieler ruhig etwas mehr Kopfzerbrechen bereiten können.

Abgesehen von der Story und dem auf Stealth ausgelegtem Spielprinzip unterscheidet sich The Evil Within: The Assignment nicht vom Hauptspiel: Die Grafik ist unverändert, der Sound bleibt weiterhin schön verstörend, die Rücksetzpunkte sind etwas zu großzügig bemessen und die KI der Gegner ist mitunter mit der eines trockenen Brötchens vergleichbar, die Steuerung reagiert hin und wieder etwas träge. Aber das sind alles keine Neuigkeiten.

Eine Sache störte mich allerdings, und ich weiß bis heute nicht, selbst nach Durchspielen des zweiten DLCs, ob es sich dabei um einen dramaturgischen Kniff oder einen Bug handelt. Bei den Zwischensequenzen erscheinen die Dialoge häufig wie aus einer anderen Welt, kaum zu verstehen, übertönt von Nebengeräuschen, hallig. Dabei handelt es sich meist um Dialoge, die aus den Cutscenes des Hauptspiels stammen. Da diese Gespräche nicht relevant zu sein scheinen, könnte man meinen, dass Tango Gameworks diese extra schwer verständlich vertont hat, damit weiterhin der Fokus auf Julis Geschichte liegt. Geht es nämlich um sie und die aktuelle Story, ist alles klar verständlich. Kniff hin oder her: Mich hat es gestört. Anfänglich habe ich an meinen Kopfhörern gerüttelt, die Stecker ein und aus gesteckt und in den Systemeinstellungen geschaut, ob irgendetwas verändert war.

Am Ende geschieht ein kleiner Logikfehler, nämlich als Juli urplötzlich eine Waffe zieht, obwohl in unserem Inventar die ganze Zeit keine vorhanden war.

The Evil Within The Assignment (50)
Meine kleine Statistik
Kai Seuthe

Kaius spielt seit der Grundschule und wird das auch noch im Altersheim tun. Er ist als Let's Player KiltKaius unterwegs, schreibt Bücher und macht noch viele andere kreative Dinge. Retro-Spiele mag er, Rechtschreibfehler nicht. Darum kümmert er sich auch darum.
One Comment
  1. Christina Kutscher

    Christina Kutscher

    Ich finde die Bilder gut ausgewählt und auch der Text macht definitiv Lust auf mehr. Nicht, dass ich es jemals spielen würde, aber es klingt gut. Auch wenn der Untertitel wie der Untertitel eines Resident Evil 4 DLCs klingt und ich immer noch nicht verstehe, wie man die Reihe nicht mögen kann :O Aber trotzdem schöner Artikel!

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.